Steuerfachwirt/in
Steuerfachwirt Gehalt 2026: was Steuerfachwirte wirklich verdienen
Als Steuerfachwirtin oder Steuerfachwirt verdienst du im Median 4.629 € brutto im Monat, in Vollzeit. Aufs Jahr gerechnet sind das rund 55.500 €. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.839 € und 5.772 € im Monat, also etwa zwischen 46.100 € und 69.300 € im Jahr. In Bayern liegt der Median bei 4.695 €, in Nordrhein-Westfalen bei 4.673 €.
Die Zahlen stammen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Sie führt Steuerfachwirte in der Berufsgruppe der Spezialisten in der Steuerberatung, mit gut 22.000 Vollzeitbeschäftigten. Zur selben Gruppe gehören die Assistentinnen und Assistenten in der Steuerberatung, eine eigene Zahl nur für Steuerfachwirte gibt es nicht. Dafür beruhen die Werte auf den tatsächlich gemeldeten Entgelten und nicht auf freiwilligen Angaben wie bei Gehaltsportalen.

Steuerfachwirt Gehalt nach Bundesland: Bayern, NRW und die anderen
In Bayern verdienen Steuerfachwirte im Median 4.695 € im Monat, rund 56.300 € im Jahr, die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.867 € und 5.806 €. In Nordrhein-Westfalen sind es 4.673 €, rund 56.100 € im Jahr, bei einer mittleren Hälfte von 3.916 € bis 5.824 €. Beide Länder liegen damit knapp über dem Bundeswert. Vorn liegen Hamburg, Berlin und Hessen.
| Bundesland | Median brutto im Monat | mittlere Hälfte |
|---|---|---|
| Hamburg | 5.084 € | 4.246 € bis 6.413 € |
| Berlin | 4.968 € | 4.198 € bis 6.290 € |
| Hessen | 4.858 € | 4.062 € bis 6.287 € |
| Bayern | 4.695 € | 3.867 € bis 5.806 € |
| Nordrhein-Westfalen | 4.673 € | 3.916 € bis 5.824 € |
| Baden-Württemberg | 4.648 € | 3.846 € bis 5.781 € |
| Niedersachsen | 4.329 € | 3.565 € bis 5.409 € |
| Rheinland-Pfalz | 4.273 € | 3.426 € bis 5.249 € |
| Sachsen | 4.086 € | 3.357 € bis 4.998 € |
Für die übrigen sieben Länder, darunter Schleswig-Holstein, Brandenburg und Thüringen, weist die Arbeitsagentur in dieser Berufsgruppe keinen eigenen Wert aus. Hamburg liegt knapp ein Viertel über Sachsen. Ob sich ein Wechsel rechnet, hängt davon ab, was dich das Wohnen dort kostet.
Steuerfachwirt Einstiegsgehalt
Beschäftigte unter 25 Jahren verdienen in der Berufsgruppe im Median 3.943 € im Monat. Für frisch geprüfte Steuerfachwirte ist das nur ein grober Anhaltspunkt, denn wer nach der Ausbildung drei Jahre Praxis braucht, legt die Prüfung in der Regel erst mit Anfang oder Mitte zwanzig ab. Realistischer ist oft der Wert der Altersgruppe von 25 bis 55 Jahren mit 4.690 €. Die ganze Aufschlüsselung nach Alter steht beim Gehalt als Steuerassistent, denn die Arbeitsagentur führt beide Berufe in derselben Gruppe.
Wie viel mehr als eine Steuerfachangestellte?
Die Arbeitsagentur teilt die Steuerberatung in drei Stufen. Steuerfachangestellte zählen zu den Fachkräften, Steuerfachwirte zu den Spezialisten, Steuerberater zu den Experten. Zwischen den Stufen liegen deutliche Sprünge:
| Stufe | typischer Beruf | Median im Monat | mittlere Hälfte |
|---|---|---|---|
| Fachkraft | Steuerfachangestellte | 3.654 € | 2.998 € bis 4.472 € |
| Spezialist | Steuerfachwirt, Steuerassistent | 4.629 € | 3.839 € bis 5.772 € |
| Experte | Steuerberater | 7.763 € | 6.311 € bis über 8.050 € |
Der Median der Spezialisten liegt gut ein Viertel über dem der Fachkräfte. Diesen Abstand solltest du nicht eins zu eins als Lohn der Prüfung lesen, denn in beiden Gruppen stecken verschiedene Berufe, Altersstufen und Positionen. Eine amtliche Zahl, was der Steuerfachwirt allein bringt, gibt es nicht. Angaben wie „20 bis 30 Prozent mehr“ ohne Quelle sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Mehr zur Ausgangsstufe steht beim Gehalt als Steuerfachangestellte.
Steuerfachwirtin Gehalt: Frauen und Männer
Knapp 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in der Gruppe sind Frauen. Der Median der Frauen liegt bei 4.420 €, der der Männer bei 5.020 €. Frauen verdienen damit im Median rund 12 Prozent weniger. Die Statistik erklärt den Abstand nicht, Unterschiede bei Position, Arbeitgeber und Region dürften einen Teil ausmachen. Für dich heißt das: Geh mit den Zahlen deiner Region in die Verhandlung.
Steuerfachwirt und KI: wie sich das Gehalt bis 2030 entwickeln kann
Die Werte oben beschreiben den Stand heute. Eine sichere Vorhersage gibt es nicht, wohl aber Daten, die eine Richtung zeigen. Für die Steuerberatung sehen sie freundlicher aus als für die Buchhaltung.
Was die letzten Jahre zeigen
Von 2019 bis 2024 stieg der mittlere Verdienst in der Berufsgruppe um knapp 19 Prozent, so weist es das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Job-Futuromat aus. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um knapp 20 Prozent. Real ist der Verdienst damit praktisch gleich geblieben, etwa ein Prozent unter dem Stand von 2019.
Die Gruppe wächst dabei deutlich schneller als die Buchhaltung. Die Zahl der Beschäftigten stieg von rund 29.000 im Jahr 2019 auf gut 35.000 im Jahr 2024. Arbeitslos gemeldet waren 2024 nur 276 Personen, nach 222 im Jahr 2022. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen blieb mit 390 praktisch gleich. Auf eine arbeitslose Person kommen damit mehr als hundert Beschäftigte.
Was Software heute schon übernehmen könnte
Beim Stand der Technik von 2022, erstmals mit generativer KI, hält das IAB 80 Prozent der Kerntätigkeiten eines Steuerfachwirts für technisch ersetzbar. 2013 waren es 50 Prozent, 2016 und 2019 je 70. Buchführung, Jahresabschluss, Steuererklärungen, Bescheidprüfung und Fristen gelten als automatisierbar. Beratung, betriebswirtschaftliches Urteil und Büromanagement nicht. Das IAB betont, dass technisch Mögliches in der Vergangenheit nicht immer und nicht vollständig umgesetzt wurde.
Unsere Einschätzung für die nächsten drei bis fünf Jahre
Was jetzt folgt, ist unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose. Einen Druck auf die Gehälter von Steuerfachwirten sehen wir vorerst nicht. Dagegen spricht die Nachfrage: In der Befragung STAX 2024 für die Bundessteuerberaterkammer blieb in größeren Kanzleien fast die Hälfte der offenen Stellen für Steuerfachwirte unbesetzt, in Einzelkanzleien knapp zwei Drittel. Dazu kommt das Alter der Inhaber: Fast ein Drittel der Steuerberater ist laut Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer älter als 60 Jahre.
Das hohe Automatisierungspotenzial wirkt eher auf die Art der Arbeit. Wir erwarten, dass Kanzleien weniger Stunden für das Erstellen und mehr für das Prüfen und Erklären brauchen. Steuerfachwirte, die mit den Programmen sicher umgehen und Mandanten Ergebnisse verständlich machen, dürften mehr herausholen als die Preissteigerung. Wer vor allem nach Schema erfasst, wird es schwerer haben, mehr durchzusetzen.
Was du jetzt tun kannst
Zwei Richtungen haben laut IAB einen deutlich kleineren Anteil ersetzbarer Tätigkeiten. Die Steuerberaterprüfung steht dir mit dem Steuerfachwirt nach sechs Jahren Praxis seit der Ausbildung offen, der Steuerberater liegt bei 62 Prozent. Beim Fachassistenten Digitalisierung und IT-Prozesse sind es ebenfalls 62 Prozent, und er lässt sich mit dem Steuerfachwirt kombinieren. Wer die Programme der Kanzlei einrichtet und betreut, arbeitet mit der Technik statt gegen sie.
So kommst du in die obere Hälfte
Zwei Hebel lassen sich mit den Daten belegen: die Region und die nächste Stufe. Ein Wechsel nach Hamburg, Berlin oder Hessen hebt den Median um einige hundert Euro. Der größere Sprung ist das Examen, angestellte Steuerberater verdienen im Median 7.763 €. Was dort nach Bundesland und Branche gezahlt wird, steht beim Gehalt als Steuerberater.
Innerhalb der Kanzlei zahlt sich Verantwortung aus, für ein Team, für eigene Mandate oder für die Ausbildung. Beziffern lässt sich das mit amtlichen Zahlen nicht. Was Arbeitgeber tatsächlich bieten, steht manchmal direkt in der Anzeige, du findest sie unter Jobs als Steuerfachwirt.
Quelle der Zahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 72303 (Steuerberatung, Spezialist), Bruttomonatsentgelt in Vollzeit, Median und mittlere Hälfte, abgerufen am 30.09.2026. Die Werte beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, nicht auf einer Umfrage.
Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72303 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus; Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts (2019: 99,5, 2024: 119,3). Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.
Weitere Quellen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppen 72302 (Steuerberatung, Fachkraft) und 72304 (Steuerberatung, Experte), Berufsstatistik 2025 der Bundessteuerberaterkammer (Stand 1. Januar 2026), STAX 2024, Sonderauswertungen Digitalisierung und Fachkräftemangel, im Auftrag der Bundessteuerberaterkammer, Aus- und Fortbildung, Bundessteuerberaterkammer, abgerufen am 30.09.2026.
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Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Steuerfachwirt?
Im Median 4.629 Euro brutto im Monat in Vollzeit, rund 55.500 Euro im Jahr. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.839 und 5.772 Euro. Quelle ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Was verdient ein Steuerfachwirt in Bayern und NRW?
In Bayern liegt der Median bei 4.695 Euro brutto im Monat, rund 56.300 Euro im Jahr. In Nordrhein-Westfalen sind es 4.673 Euro, rund 56.100 Euro im Jahr. Am höchsten ist er in Hamburg mit 5.084 Euro.
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt als Steuerfachwirt?
Beschäftigte unter 25 Jahren verdienen in der Berufsgruppe im Median 3.943 Euro im Monat. Weil die Prüfung mehrere Jahre Praxis voraussetzt, ist der Wert der 25- bis 55-Jährigen mit 4.690 Euro für viele frisch Geprüfte der bessere Vergleich.
Wie viel mehr verdient ein Steuerfachwirt als eine Steuerfachangestellte?
Der Median der Spezialisten in der Steuerberatung liegt bei 4.629 Euro, der der Fachkräfte bei 3.654 Euro, also gut ein Viertel darunter. Ganz der Prüfung zurechnen lässt sich der Abstand nicht, weil sich die Gruppen auch in Alter und Position unterscheiden.
Sinkt das Gehalt von Steuerfachwirten durch KI?
Bisher nicht. Von 2019 bis 2024 stieg der mittlere Verdienst der Gruppe um knapp 19 Prozent, etwa so stark wie die Preise, und die Zahl der Beschäftigten wuchs deutlich. Software könnte laut IAB 80 Prozent der Kerntätigkeiten übernehmen. Wir erwarten, dass sich die Arbeit Richtung Prüfen und Beraten verschiebt.