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Buchhalter oder Buchhalterin

Buchhalter oder Buchhalterin

Buchhalter werden 2026: Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung

Eine Ausbildung zum Buchhalter im Sinne einer dualen Ausbildung mit Berufsschule gibt es nicht. Wer Buchhalterin oder Buchhalter werden will, braucht in der Regel zweierlei: eine kaufmännische oder verwaltende Ausbildung oder entsprechende Berufspraxis, und dazu Kenntnisse in der Buchführung, die du im Job oder in einem Lehrgang erwirbst. So beschreibt es die Bundesagentur für Arbeit, die den Beruf als Weiterbildung führt.

Weil kein Gesetz diesen Abschluss regelt, legt jede Bildungseinrichtung selbst fest, wen sie zulässt, wie lange der Lehrgang dauert und wie der Abschluss heißt. Neben „Buchhalter“ nennt die Arbeitsagentur als Beispiel „Fachkraft für Buchführung“. Für deine Bewerbung heißt das: Schreib dazu, was du im Lehrgang gelernt und geübt hast, nicht nur, wie er hieß.

Drei Holzklötze als Treppe mit einem schwarzen Kugelschreiber auf einem dunklen Tisch
Symbolbild

Der klassische Weg: erst kaufmännische Ausbildung, dann Buchhaltung

Am nächsten an der Buchhaltung sind Ausbildungsberufe, in denen das Buchen schon zum Berufsbild gehört. Industriekaufleute bearbeiten, buchen und kontrollieren laut Arbeitsagentur Geschäftsvorgänge im Rechnungs- und Finanzwesen. Steuerfachangestellte verarbeiten Rechnungen, Belege und Kontoauszüge ihrer Mandanten zu einer ordnungsgemäßen Buchführung und rechnen Löhne ab. Kaufleute für Büromanagement erstellen Rechnungen und überwachen Zahlungseingänge. Alle drei Ausbildungen dauern drei Jahre.

Von dort geht es über die Praxis weiter, oft zuerst mit einem Teilgebiet wie den Rechnungen der Lieferanten und später mit der ganzen Buchhaltung eines Betriebs. Wer noch vor der Berufswahl steht und weiß, dass es Zahlen und Steuern sein sollen, findet aus unserer Sicht in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten den engsten Bezug zur Buchführung.

Lehrgänge: was ein IHK-Zertifikat ist und was nicht

Viele Industrie- und Handelskammern bieten Zertifikatslehrgänge zur Buchführung an. Die DIHK-Bildungs-gGmbH, die solche Lehrgänge unter Federführung der Kammern entwickelt, führt etwa „Fachpersonal für Buchführung (IHK)“, früher „Buchführung (IHK)“. Bei mehreren Lehrgängen, die wir uns angesehen haben, gab es das Zertifikat nach bestandenen Tests und bei mindestens 80 Prozent Anwesenheit, so zum Beispiel bei der IHK Frankfurt am Main. Wer schon bucht und tiefer einsteigen will, landet oft beim Lehrgang zum Finanzbuchhalter, den die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter im Detail beschreibt.

Wichtig ist der Unterschied zur Fortbildungsprüfung. Ein Zertifikatslehrgang bestätigt, dass du einen Kurs mit Erfolg abgeschlossen hast, und jeder Anbieter gestaltet ihn anders. Eine Fortbildungsprüfung wie die zum geprüften Bilanzbuchhalter ist dagegen bundesweit per Verordnung geregelt, mit festen Zulassungsvoraussetzungen und einer Prüfung vor der Kammer. Das spielt eine Rolle, sobald es um Geld vom Staat geht.

Quereinstieg und Umschulung zur Buchhalterin

Ohne kaufmännische Ausbildung und ohne Praxis wird es schwieriger, denn die Anbieter setzen laut Arbeitsagentur in der Regel eines von beidem voraus. Bist du arbeitslos oder droht dir Arbeitslosigkeit, kann die Arbeitsagentur die Weiterbildung bezahlen: wenn sie für deine berufliche Eingliederung notwendig ist, wenn sie dich vorher beraten hat und wenn Lehrgang und Anbieter für die Förderung zugelassen sind. Die Zusage bekommst du als Bildungsgutschein (§ 81 SGB III).

Was Bildungsträger als „Umschulung zur Buchhalterin“ anbieten, kann schon deshalb kein neuer Berufsabschluss sein, weil es den Ausbildungsberuf Buchhalter nicht gibt. Es ist eine Weiterbildung, die über den Bildungsgutschein gefördert werden kann. Hast du noch gar keinen Berufsabschluss, kann die Arbeitsagentur stattdessen den nachträglichen Erwerb eines Abschlusses fördern (§ 81 Abs. 2 SGB III). Der führt dann zu einem Ausbildungsberuf wie Industriekauffrau und von dort in die Buchhaltung. Auch Beschäftigte können unter weiteren Bedingungen gefördert werden, wenn der Lehrgang mehr als 120 Stunden dauert und zugelassen ist; ab 50 Beschäftigten soll sich dann der Arbeitgeber an den Kosten beteiligen (§ 82 SGB III).

Kosten und Aufstiegs-BAföG

Einen allgemeinen Preis gibt es nicht, weil jeder Anbieter selbst kalkuliert. Laut Arbeitsagentur fallen in der Regel Lehrgangs- und Prüfungsgebühren an, dazu Material und Fahrten. Frag vor der Anmeldung nach, was im Preis steckt und was der Test extra kostet.

Das Aufstiegs-BAföG hilft dir bei einem Buchführungslehrgang nicht. Es zahlt nur für Lehrgänge, die auf eine öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfung vorbereiten und mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen (§ 2 AFBG). Ein Zertifikatslehrgang erfüllt das nicht. Die Vorbereitung auf den geprüften Bilanzbuchhalter kann es dagegen erfüllen. Für ihn wird zugelassen, wer unter anderem eine dreijährige kaufmännische oder verwaltende Ausbildung abgeschlossen hat oder fünf Jahre Berufspraxis im Finanz- und Rechnungswesen mitbringt. Alles Weitere steht bei der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter.

Lohnt sich die Weiterbildung, wenn KI die Buchhaltung übernimmt?

Die ehrliche Antwort hängt davon ab, welche Weiterbildung du meinst. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bewertet für jeden Beruf, welcher Anteil der Kerntätigkeiten sich mit heutiger Technik vollautomatisch erledigen ließe, zuletzt für den Stand der Technik 2022 und erstmals mit generativer KI. Für die Stufen der Buchhaltung sieht das so aus:

BerufAnteil ersetzbarer Kerntätigkeiten
Buchhalter oder Buchhalterin100 Prozent
Fachkraft Rechnungswesen100 Prozent
Finanzbuchhalter oder Finanzbuchhalterin100 Prozent
Geprüfter Bilanzbuchhalter oder Geprüfte Bilanzbuchhalterin83 Prozent
Leitung Finanz- und Rechnungswesen73 Prozent
Steuerberater oder Steuerberaterin62 Prozent
Fachassistent oder Fachassistentin Digitalisierung und IT-Prozesse62 Prozent

Ein Zertifikat auf derselben Stufe ändert an der Zahl nichts: Buchhalter, Fachkraft Rechnungswesen und Finanzbuchhalter liegen alle bei 100. Erst eine Stufe höher kommen Tätigkeiten dazu, die das IAB für nicht ersetzbar hält. Beim Bilanzbuchhalter sind das Statistik und die Abstimmung zwischen Konzerngesellschaften, in der Leitung die Führung einer Abteilung, Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft. Das IAB schränkt dabei selbst ein, dass es nur misst, was technisch möglich ist, nicht was tatsächlich passiert.

Unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose: Ein Buchführungslehrgang lohnt sich weiterhin als Eintrittskarte, denn wer das Buchen nicht versteht, kann auch nicht prüfen, was ein Programm gebucht hat. Als Endstation taugt er nicht. Plane den Schritt danach gleich mit, zum Bilanzbuchhalter, in die Leitung oder zum Fachassistenten Digitalisierung und IT-Prozesse, und nimm dir dafür eher zwei als fünf Jahre Zeit. Was du auf dem Weg verdienst, zeigt die Seite zum Gehalt als Buchhalter.

Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72213 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus. Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.

Weitere Quellen: BERUFENET: Buchhalter/in, BERUFENET: Industriekaufmann/-frau, BERUFENET: Steuerfachangestellte/r, BERUFENET: Kaufmann/-frau für Büromanagement, DIHK-Bildungs-gGmbH: Fachpersonal für Buchführung (IHK), IHK Frankfurt am Main: Finanzbuchhalter/in (IHK), § 81 SGB III (Bildungsgutschein), § 82 SGB III, § 2 Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, § 3 Bilanzbuchhalter-Fortbildungsprüfungsverordnung, abgerufen am 30.09.2026.

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Häufige Fragen

Gibt es eine Ausbildung zum Buchhalter?

Nein, eine duale Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Die Bundesagentur für Arbeit führt Buchhalter als Weiterbildung. In der Regel führt eine kaufmännische Ausbildung, etwa zur Industriekauffrau oder zum Steuerfachangestellten, zusammen mit Praxis oder einem Lehrgang in den Beruf.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Buchhalterin?

Das legt jeder Anbieter selbst fest, eine einheitliche Dauer gibt es nicht. Vergleiche vor der Anmeldung Stundenzahl, Inhalte und die Bedingungen für das Zertifikat, nicht nur den Preis.

Kann ich als Quereinsteiger Buchhalter werden?

Ja, aber ohne kaufmännische Ausbildung und ohne Praxis wird es schwieriger, weil die Lehrgänge in der Regel eines von beidem voraussetzen. Ein Einstieg über eine Stelle mit Einarbeitung oder ein geförderter Lehrgang mit Bildungsgutschein sind mögliche Wege.

Wer bezahlt die Umschulung zur Buchhalterin?

Bist du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht, kann die Arbeitsagentur die Kosten mit einem Bildungsgutschein übernehmen, wenn sie dich vorher beraten hat und Lehrgang und Anbieter zugelassen sind. Grundlage ist § 81 SGB III.

Gibt es Aufstiegs-BAföG für die Weiterbildung zum Buchhalter?

Für einen Zertifikatslehrgang nicht. Aufstiegs-BAföG gibt es nur für Lehrgänge, die auf eine öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfung vorbereiten und mindestens 400 Unterrichtsstunden haben, zum Beispiel die Vorbereitung auf den geprüften Bilanzbuchhalter.