Stb-Jobs.com, die Jobbörse der HR Rocket GmbH

Alle Berufe

Berufsbild

Buchhalter oder Buchhalterin: Aufgaben, Wege in den Beruf und aktuelle Jobs

Als Buchhalterin oder Buchhalter hältst du fest, woher das Geld eines Unternehmens kommt und wohin es geht. Du prüfst Rechnungen, ordnest jeden Beleg dem richtigen Konto zu, behältst offene Zahlungen im Blick und stimmst am Monatsende die Konten ab. Aus deinen Buchungen entstehen die Zahlen, mit denen die Geschäftsführung entscheidet, und am Jahresende der Abschluss.

So beschreibt auch die Bundesagentur für Arbeit den Beruf: Buchhalter erfassen Geschäftsfälle, weisen Finanzströme bestimmten Konten zu und erstellen Bilanzen und Abschlüsse für verschiedene Zeiträume. Eine duale Ausbildung mit dem Namen Buchhalter gibt es nicht. Hinein führt in der Regel eine kaufmännische Ausbildung oder Berufspraxis, oft mit einem Lehrgang dazu.

Reihe grüner Ordner ohne Beschriftung auf einem Holzregal neben einer Topfpflanze
Symbolbild

Was Buchhalter im Alltag tun

Ein gewöhnlicher Vormittag sieht etwa so aus: Im Posteingang liegen Rechnungen von Lieferanten. Du prüfst, ob Menge und Preis zur Bestellung passen, kontierst die Rechnung, legst also fest, auf welches Konto und welche Kostenstelle sie gehört, und gibst sie zur Zahlung frei. Danach nimmst du dir die Kontoauszüge vor und ordnest jede eingegangene Zahlung der passenden Ausgangsrechnung zu. Was nach Fälligkeit offen bleibt, wandert in den Mahnlauf.

Wie viel davon bei dir landet, hängt von der Größe des Betriebs ab. In kleinen Firmen machst du die ganze Buchhaltung, manchmal samt Lohnabrechnung. In großen Unternehmen teilt sich die Arbeit auf: Kreditoren (Rechnungen von Lieferanten), Debitoren (Rechnungen an Kunden), Anlagenbuchhaltung und Hauptbuch. Gebucht wird in Programmen wie DATEV, Lexware oder SAP, und laut Arbeitsagentur je nach Arbeitgeber auch im Homeoffice.

Wer als Buchhalter arbeiten darf

„Buchhalter“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Die Arbeitsagentur führt den Beruf als Weiterbildung, deren Zugang, Dauer und Abschlussnamen jede Bildungseinrichtung selbst festlegt. Vorausgesetzt wird in der Regel eine kaufmännische oder verwaltende Ausbildung, entsprechende Berufspraxis oder beides. Naheliegend sind Ausbildungen, in denen schon gebucht wird, etwa zur Industriekauffrau oder zum Steuerfachangestellten. Welche Lehrgänge es gibt und wer sie bezahlt, steht bei der Weiterbildung zum Buchhalter.

Strenger wird es, wenn du dich selbstständig machen und für fremde Firmen buchen willst. Hilfe bei Büchern und Abschlüssen, die für die Steuer von Bedeutung sind, zählt nach dem Steuerberatungsgesetz zur Hilfe in Steuersachen und ist Steuerberatern und anderen Befugten vorbehalten. Die Ausnahme für Buchhalter ist eng: Kontenpläne anlegen, laufende Geschäftsvorfälle buchen, die laufende Lohnabrechnung machen und die Lohnsteuer-Anmeldung fertigen. Das darfst du, wenn du nach einer kaufmännischen Abschlussprüfung oder gleichwertigen Vorbildung mindestens drei Jahre mit mindestens 16 Wochenstunden in der Buchhaltung gearbeitet hast (§ 6 Abs. 1 StBerG). Umsatzsteuer-Voranmeldung und Jahresabschluss stehen nicht in dieser Liste.

Was Buchhalter verdienen

Die Arbeitsagentur ordnet Buchhalter der Buchhaltung auf Spezialistenniveau zu. Dort liegt der Median bei 4.451 € brutto im Monat in Vollzeit, rund 53.400 € im Jahr. Stellen, die als Fachkrafttätigkeit gelten, liegen bei 4.153 €. Was hinter den beiden Stufen steckt, was netto übrig bleibt und wie weit die Bundesländer auseinanderliegen, steht auf der Seite zum Gehalt als Buchhalter.

Wo Buchhalter arbeiten

Buchhaltung braucht fast jede Branche. Die meisten Vollzeitbeschäftigten der Spezialistengruppe zählt der Entgeltatlas in den wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen auch Steuerkanzleien gehören: gut 47.000 von knapp 148.000, also fast jede dritte Stelle. Es folgen das produzierende Gewerbe mit knapp 30.000 sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit gut 27.000 Beschäftigten.

Für deinen Alltag zählt vor allem, ob du in einer Kanzlei oder in einem Unternehmen arbeitest. In der Kanzlei buchst du für viele Mandanten, vom Friseursalon bis zur Holding, und siehst schnell viele verschiedene Fälle. Im Unternehmen kennst du einen Betrieb in der Tiefe und arbeitest eng mit Einkauf und Vertrieb zusammen. Beim Gehalt liegt das Unternehmen vorn: im produzierenden Gewerbe mit 5.051 € im Median, in den wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 4.166 €.

Buchhalter und KI: welche Arbeit bleibt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur schätzt für jeden Beruf, welcher Anteil der Kerntätigkeiten sich mit heutiger Technik vollautomatisch erledigen ließe. Für Buchhalter kommt sein Job-Futuromat auf 100 Prozent, beim Stand der Technik von 2022 und erstmals mit generativer KI. Alle sieben Kerntätigkeiten gelten als ersetzbar, von Buchführung und Zahlungsverkehr bis zu Steuerrecht und Jahresabschluss. 2013 lag der Wert bei 71 Prozent, seit 2016 steht er bei 100.

Verschwunden ist der Beruf trotzdem nicht. Die Zahl der Beschäftigten in der Berufsgruppe wuchs von 2019 bis 2024 auf rund 251.000. Das IAB betont selbst, dass es nur die technische Machbarkeit misst: Solange Menschen eine Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder besser erledigen oder rechtliche Hürden entgegenstehen, wird sie eher nicht ersetzt.

Unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose: Stellen, in denen vor allem Belege erfasst, kontiert und Zahlungen zugeordnet werden, werden in den nächsten drei bis fünf Jahren weniger. Auf genau diese Arbeit zielen Belegerkennung und automatische Buchungsvorschläge. Gefragt bleiben Leute, die prüfen, was die Automatik gebucht hat, Sonderfälle klären, Abläufe einrichten und Zahlen erklären. Wer sich dahin entwickeln will, hat mit der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter einen Beruf mit 83 Prozent vor sich und mit dem Fachassistenten Digitalisierung und IT-Prozesse einen mit 62 Prozent.

Unter diesem Text findest du die aktuellen Stellenangebote für Buchhalter. Wenn du breiter suchen willst, führt dich die Suche nach Jobs als Buchhalter zu allen passenden Anzeigen.

Quelle der Zahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppen 72213 (Buchhaltung, Spezialist) und 72212 (Buchhaltung, Fachkraft), Bruttomonatsentgelt in Vollzeit, Median und mittlere Hälfte, abgerufen am 30.09.2026. Die Werte beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, nicht auf einer Umfrage.

Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72213 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus. Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.

Weitere Quellen: BERUFENET: Buchhalter/in, BERUFENET: Industriekaufmann/-frau, BERUFENET: Steuerfachangestellte/r, § 1 Steuerberatungsgesetz, § 6 Steuerberatungsgesetz, abgerufen am 30.09.2026.

Aktuelle Stellenangebote: Buchhalter oder Buchhalterin

1.207 passende Stellenanzeigen. Alle Treffer ansehen

Häufige Fragen

Was macht ein Buchhalter?

Buchhalter erfassen die Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, prüfen und kontieren Rechnungen, überwachen Zahlungen und stimmen Konten ab. Aus ihren Buchungen entstehen Monats- und Jahresabschlüsse und die Zahlen, mit denen die Geschäftsführung entscheidet.

Ist Buchhalter ein Ausbildungsberuf?

Nein. Die Bundesagentur für Arbeit führt Buchhalter als Weiterbildung, die jede Bildungseinrichtung selbst regelt. Vorausgesetzt wird in der Regel eine kaufmännische oder verwaltende Ausbildung oder entsprechende Berufspraxis.

Darf ich als Buchhalterin selbstständig für andere Firmen buchen?

Ja, in engen Grenzen. Nach § 6 Steuerberatungsgesetz darfst du Kontenpläne anlegen, laufende Geschäftsvorfälle buchen, Löhne abrechnen und Lohnsteuer-Anmeldungen fertigen, wenn du nach einer kaufmännischen Abschlussprüfung mindestens drei Jahre mit mindestens 16 Wochenstunden in der Buchhaltung gearbeitet hast. Umsatzsteuer-Voranmeldung und Jahresabschluss gehören nicht dazu.

Was verdient ein Buchhalter?

Im Median 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit, wenn die Stelle als Spezialistentätigkeit gilt, und 4.153 Euro auf Fachkraftniveau. Quelle ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wird der Buchhalter durch KI ersetzt?

Technisch weitgehend: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hält alle Kerntätigkeiten für automatisierbar, Stand der Technik 2022. Die Zahl der Beschäftigten ist bis 2024 trotzdem gewachsen. Wir erwarten weniger Stellen für reine Erfassung und mehr Bedarf an Leuten, die Sonderfälle klären und Abläufe einrichten.