Berufsbild
Steuerfachangestellte: Beruf, Aufgaben und aktuelle Stellenangebote
Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberaterinnen und Steuerberater bei der Betreuung von Mandanten. Sie führen die Buchhaltung für Betriebe, rechnen Löhne ab, bereiten Steuererklärungen und Jahresabschlüsse vor und prüfen, ob die Bescheide des Finanzamts stimmen. Der Weg dorthin ist eine dreijährige Ausbildung, meist in einer Steuerkanzlei. Im Median verdienen Steuerfachangestellte 3.654 € brutto im Monat in Vollzeit.
In der Berufsgruppe arbeiteten 2024 rund 137.500 Menschen, gut 70 Prozent der Vollzeitkräfte sind Frauen. Fast alle, 95 Prozent der Vollzeitbeschäftigten, sind in der Branchengruppe tätig, zu der Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien gehören.

Was Steuerfachangestellte im Alltag tun
Ein Vormittag in einer Kanzlei kann so aussehen: Zuerst kommen die Belege eines Onlinehändlers, digital über das Dokumentenmanagement. Du prüfst, ob alles vollständig ist, buchst die Umsätze und stimmst die Konten ab. Danach steht die Lohnabrechnung für einen Handwerksbetrieb mit zwölf Beschäftigten an, bei dem diesen Monat zwei Azubis angefangen haben. Dann ruft eine Mandantin an, weil ihr Steuerbescheid eine Nachzahlung enthält. Du vergleichst den Bescheid mit der Erklärung, findest die Abweichung und bereitest mit der Steuerberaterin den Einspruch vor.
Daneben führst du Akten und den Fristenkalender, schreibst mit Finanzamt, Banken und Sozialversicherung und begleitest manchmal eine Betriebsprüfung. Gearbeitet wird fast immer am Bildschirm, mit Buchhaltungs- und Steuersoftware und Steuerrechtsdatenbanken, teils auch im Homeoffice. Weil sich das Steuerrecht laufend ändert, gehört regelmäßiges Dazulernen fest zum Beruf.
Wie du Steuerfachangestellte wirst
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung in Kanzlei und Berufsschule mit Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer. Einen bestimmten Schulabschluss verlangt das Gesetz nicht, mehr als die Hälfte der Azubis hat aber die Hochschulreife. Alles zu Voraussetzungen, Bewerbung und Vergütung steht bei der Ausbildung zur Steuerfachangestellten.
Für Quereinsteiger gibt es zwei Wege. Eine Umschulung dauert in Vollzeit höchstens zwei Jahre, wenn Arbeitsagentur oder Jobcenter sie fördern, und endet mit derselben Prüfung. Wer schon mindestens viereinhalb Jahre in dem Beruf gearbeitet hat, kann auch ohne Ausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Beides erklärt die Seite zu Ablauf, Berufsschule und Prüfung der Ausbildung. Mit einem Abschluss aus dem Ausland brauchst du keine Anerkennung, denn der Beruf ist nicht reglementiert. Eine Feststellung der Gleichwertigkeit bei der Steuerberaterkammer kann Arbeitgebern die Einordnung aber erleichtern.
Was Steuerfachangestellte verdienen
Laut Entgeltatlas der Arbeitsagentur liegt der Median bei 3.654 € brutto im Monat, die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.998 € und 4.472 €. Am meisten zahlen Arbeitgeber in Hamburg mit 4.179 € im Median, am wenigsten in Thüringen mit 3.151 €. Wie sich das Gehalt nach Region, Alter und Geschlecht unterscheidet und wie es sich entwickelt hat, steht beim Gehalt als Steuerfachangestellte.
Wo Steuerfachangestellte arbeiten
Die meisten arbeiten in Kanzleien von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und vereidigten Buchprüfern, von der Einzelpraxis bis zur großen Gesellschaft. Ein kleiner Teil wechselt in Unternehmen, in die Buchhaltung, das Rechnungswesen oder die Personalabrechnung. Im Entgeltatlas ist das eine kleine Gruppe: Im produzierenden Gewerbe und im Handel arbeiten jeweils nur rund 500 bis 600 Steuerfachangestellte in Vollzeit. Der Median liegt dort aber höher, im produzierenden Gewerbe bei 4.621 €.
Steuerfachangestellte und KI: was die neuen 50 Prozent bedeuten
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt im Job-Futuromat, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs sich mit heutiger Technik vollautomatisch erledigen ließe. Für Steuerfachangestellte lag der Wert 2013 bei 83 Prozent und in den Bewertungen 2016, 2019 und 2022 bei 100 Prozent. Die neueste Bewertung, Stand der Technik 2025, kommt auf 50 Prozent.
Wer daraus liest, dass Software den Beruf heute weniger bedroht, liegt falsch. Welche Tätigkeiten zum Kern eines Berufs gehören, legen Fachleute der Arbeitsagentur in ihrem Berufsportal fest, und für Steuerfachangestellte haben sie die Liste neu zugeschnitten. Neu im Kern sind Kundenberatung, Steuerberatung, Bilanzpolitik, Betriebswirtschaftslehre und Büromanagement, und keine davon gilt als ersetzbar. Acht frühere Kerntätigkeiten, darunter Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Fristenüberwachung und das Prüfen von Steuerbescheiden, zählen jetzt nur noch zu den weiteren Tätigkeiten. Alle zwölf Tätigkeiten, die 2022 den Kern bildeten, gelten weiterhin als ersetzbar. Das IAB beschreibt diesen Effekt selbst: Werden nicht ersetzbare Aufgaben zur Kerntätigkeit, sinkt der Wert.
Unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose: Die Routine im Beruf geht weiter an die Programme, vor allem das Erfassen und Kontieren von Belegen und einfache Steuererklärungen. Gefragt bleibt, wer die Ergebnisse prüft, Sonderfälle löst und Mandanten erklärt, was die Zahlen für sie bedeuten. Die Nachfrage ist derzeit hoch: 2024 kamen in der Berufsgruppe auf 1.697 Arbeitslose 3.973 gemeldete Stellen. Auch das IAB betont, dass technisch Mögliches nicht immer umgesetzt wird. Wer sich breiter aufstellen will, findet bei der Weiterbildung für Steuerfachangestellte die Wege in Richtung Beratung.
Die aktuellen Stellenangebote für Steuerfachangestellte stehen direkt unter diesem Text. Alle Treffer findest du bei den Jobs als Steuerfachangestellte.
Quelle der Zahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 72302 (Steuerberatung, Fachkraft), Bruttomonatsentgelt in Vollzeit, Median und mittlere Hälfte, abgerufen am 30.09.2026. Die Werte beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, nicht auf einer Umfrage.
Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2025 für Steuerfachangestellte, sonst 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72302 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus. Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.
Weitere Quellen: BERUFENET der Arbeitsagentur: Steuerfachangestellte/r (Beruf), BERUFENET der Arbeitsagentur: Steuerfachangestellte/r (Ausbildung), SGB III § 180 Absatz 4, Berufsbildungsgesetz § 45, abgerufen am 30.09.2026.
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Häufige Fragen
Was macht eine Steuerfachangestellte?
Sie unterstützt Steuerberater bei der Betreuung von Mandanten: Buchführung für Betriebe, Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen, Mitarbeit am Jahresabschluss, Prüfen von Steuerbescheiden und Vorbereiten von Einsprüchen. Dazu kommen Fristen, Akten und die Korrespondenz mit Finanzamt, Banken und Sozialversicherung.
Was verdient eine Steuerfachangestellte?
Im Median 3.654 Euro brutto im Monat in Vollzeit, laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 2.998 und 4.472 Euro, in Hamburg ist der Median mit 4.179 Euro am höchsten.
Kann man als Quereinsteiger Steuerfachangestellte werden?
Ja, auf zwei Wegen. Eine geförderte Umschulung dauert in Vollzeit höchstens zwei Jahre und endet mit derselben Prüfung wie die Ausbildung. Wer mindestens viereinhalb Jahre im Beruf gearbeitet hat, kann auch ohne Ausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen werden.
Wie heißt Steuerfachangestellte auf Englisch?
In den Europass-Zeugniserläuterungen, die die Arbeitsagentur nennt, heißt der Beruf „Qualified tax assistant“. In Österreich heißt der vergleichbare Beruf Steuerassistent oder Steuerassistentin.
Wird der Beruf Steuerfachangestellte durch KI ersetzt?
Nicht ganz. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hält nach dem Stand der Technik 2025 die Hälfte der Kerntätigkeiten für ersetzbar, darunter Buchführung und Steuererklärungen. Beratung von Mandanten, Steuerberatung und Bilanzpolitik gelten als nicht ersetzbar. Wir erwarten, dass Routine weniger wird und Prüfen und Beraten wichtiger.