Berufsbild
Steuerberater: Beruf, Arbeitsalltag und aktuelle Stellenangebote
Steuerberaterinnen und Steuerberater helfen Unternehmen und Privatleuten bei allem, was mit Steuern zu tun hat. Sie erstellen Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, prüfen Bescheide, beraten bei Gründung, Umwandlung und Nachfolge und vertreten Mandanten vor dem Finanzamt und den Finanzgerichten bis zum Bundesfinanzhof. Den Titel darf nur führen, wer die Steuerberaterprüfung bestanden hat oder davon befreit wurde und von einer Steuerberaterkammer bestellt ist.
Zum 1. Januar 2026 zählten die Kammern 89.549 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Rund zwei Drittel arbeiten selbstständig, gut ein Drittel angestellt, und der Anteil der Angestellten wächst leicht. 39 Prozent sind Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 53,7 Jahren. So steht es in der Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer.

Was ein Steuerberater im Alltag macht
Ein Beispiel aus einer mittelgroßen Kanzlei: Morgens gehst du mit einer Steuerfachwirtin den Jahresabschluss eines Bauunternehmens durch und entscheidest, wie eine strittige Rückstellung behandelt wird. Mittags rufst du eine Mandantin zurück, die ihr Haus an die Tochter übertragen will und wissen möchte, ob Schenkungsteuer anfällt. Am Nachmittag begründest du den Einspruch gegen einen Bescheid nach einer Betriebsprüfung. Dazwischen zeichnest du ab, was dein Team vorbereitet hat, und stehst dafür gerade.
In größeren Kanzleien verschiebt sich die Arbeit vom eigenen Erstellen zum Steuern und Prüfen. Wer Mandate verantwortet, führt ein Team aus Steuerfachangestellten, Steuerfachwirten und Assistenten und übernimmt die schwierigen Gespräche. Dazu kommt die Fortbildung, denn kaum ein Rechtsgebiet ändert sich so oft wie das Steuerrecht.
Wer Steuerberater werden darf
Die Bezeichnung Steuerberater ist nach § 43 StBerG geschützt. Zur Prüfung zugelassen wird, wer ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium und danach zwei oder drei Jahre Praxis im Steuerrecht nachweist. Ohne Studium geht es mit einer kaufmännischen Ausbildung und acht Jahren Praxis, mit Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter nach sechs. Nach bestandener Prüfung bestellt dich die Kammer auf Antrag. Vorher prüft sie deine persönliche Eignung, und wer sich selbstständig macht, braucht eine Berufshaftpflichtversicherung. Alle Wege, Termine und Kosten stehen bei Steuerberater werden.
Was Steuerberater verdienen
Angestellte Steuerberater verdienen im Median 7.763 € brutto im Monat in Vollzeit, laut Entgeltatlas der Arbeitsagentur. Ein Viertel liegt unter 6.311 €, das obere Viertel über 8.050 €. Für Selbstständige mit eigener Kanzlei enthält diese Statistik keine Zahl, weil sie auf den Meldungen zur Sozialversicherung beruht. Bundesländer, Branchen und Alter findest du beim Gehalt als Steuerberater.
Wo Steuerberater arbeiten
Die meisten Praxen sind klein. Von 53.932 Steuerberaterpraxen ohne weitere Beratungsstellen waren Anfang 2026 gut zwei Drittel Einzelpraxen und 28 Prozent anerkannte Berufsausübungsgesellschaften. Angestellte Steuerberater arbeiten in beiden, dazu in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. 8.569 sind Syndikus-Steuerberater: Sie beraten als Angestellte eines Unternehmens ihren Arbeitgeber. Im Unternehmen kann die Stelle auch Tax Manager heißen, die Arbeitsagentur führt diese Bezeichnung als gleichbedeutend.
Knapp jeder fünfte Steuerberater hat eine zusätzliche Berufsqualifikation. 8.554 sind zugleich Wirtschaftsprüfer, 1.823 führen den Titel Fachberater für Internationales Steuerrecht. Gesucht werden angestellte Steuerberater vor allem von größeren Einheiten: In der Befragung STAX 2024 hatten 38 Prozent der Berufsausübungsgesellschaften in den zwei Jahren davor solche Stellen zu besetzen. Einzelkanzleien, die suchten, konnten 70 Prozent ihrer Stellen für angestellte Steuerberater nicht besetzen.
Steuerberater und KI: verändert sich der Beruf oder verschwindet er?
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält beim Steuerberater 62 Prozent der Kerntätigkeiten für technisch ersetzbar, beim Stand der Technik von 2022. 2016 und 2019 lag der Wert bei 73 Prozent, 2013 bei 45. Dass er zuletzt gesunken ist, heißt nicht, dass die Technik schwächer wurde: Als einen Grund für solche Rückgänge nennt das IAB, dass Berufe neue Kerntätigkeiten dazubekommen, die sich nicht automatisieren lassen. Nicht ersetzbar sind beim Steuerberater etwa Steuergestaltung, Beratung, Gutachten, Nachlasspflegschaft und die Durchsetzung steuerlicher Rechte. Buchführung, Jahresabschluss und Steuererklärungen dagegen gelten als ersetzbar.
Die Steuerberater selbst sehen es ähnlich. In der Befragung STAX 2024 erwarten 77 Prozent der Partner in Berufsausübungsgesellschaften und 63 Prozent der Inhaber von Einzelkanzleien, dass KI den Beruf sehr stark verändern wird. Dass KI Steuererklärungen vollständig oder fast vollständig übernimmt, glaubt dagegen nur ein knappes Viertel bis ein Drittel. Viele Beratungsaufgaben trauen einem Chatbot nur 17 bis 22 Prozent zu.
Unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose: Der Beruf bleibt, aber das Geschäft mit reinen Erklärungen verliert an Wert. Gefragt sind Steuerberater, die gestalten, Streit mit dem Finanzamt führen und Mandanten durch Entscheidungen begleiten. Weil fast ein Drittel der Berufsträger älter als 60 Jahre ist, dürften in den nächsten Jahren eher Steuerberater fehlen als Arbeit für sie. Das IAB betont zudem, dass technisch Mögliches nicht immer und nicht vollständig umgesetzt wird.
Die aktuellen Stellenangebote für Steuerberater stehen unter diesem Text. Weitere findest du über die Suche nach Jobs als Steuerberater.
Quelle der Zahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 72304 (Steuerberatung, Experte), Bruttomonatsentgelt in Vollzeit, Median und mittlere Hälfte, abgerufen am 30.09.2026. Die Werte beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, nicht auf einer Umfrage.
Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72304 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus. Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.
Weitere Quellen: Berufsstatistik 2025 der Bundessteuerberaterkammer (Stand 1. Januar 2026), STAX 2024, Sonderauswertungen Digitalisierung und Fachkräftemangel, im Auftrag der Bundessteuerberaterkammer, BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit: Steuerberater/in, Steuerberatungsgesetz (StBerG), abgerufen am 30.09.2026.
Aktuelle Stellenangebote: Steuerberater/in
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Häufige Fragen
Was macht ein Steuerberater?
Er erstellt Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, prüft Steuerbescheide, berät bei Gestaltung, Gründung und Nachfolge und vertritt Mandanten vor Finanzamt und Finanzgericht bis zum Bundesfinanzhof.
Wie viele Steuerberater gibt es in Deutschland?
Zum 1. Januar 2026 waren es 89.549, laut Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer. Rund zwei Drittel arbeiten selbstständig, das Durchschnittsalter liegt bei 53,7 Jahren.
Darf sich jeder Steuerberater nennen?
Nein. Die Bezeichnung ist nach § 43 des Steuerberatungsgesetzes geschützt. Sie darf nur führen, wer die Prüfung bestanden hat oder befreit wurde und von der Kammer bestellt ist.
Kann man als Steuerberater angestellt arbeiten?
Ja, in Kanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder als Syndikus-Steuerberater in einem Unternehmen. Gut ein Drittel der Berufsangehörigen ist angestellt, darunter 8.569 Syndikus-Steuerberater.
Werden Steuerberater durch KI ersetzt?
Nach heutigem Stand nicht. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hält 62 Prozent der Kerntätigkeiten für technisch ersetzbar, Gestaltung, Beratung und Vertretung aber nicht. Wir erwarten, dass Erklärungsarbeit an Wert verliert und Beratung wichtiger wird.