Stb-Jobs.com, die Jobbörse der HR Rocket GmbH

Alle Berufe

Berufsbild

Finanzbuchhalter/in: Stellenangebote, Aufgaben und der Unterschied zum Bilanzbuchhalter

Als Finanzbuchhalterin oder Finanzbuchhalter führst du die Finanzbuchhaltung eines Unternehmens so, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Du kontierst Belege, verwaltest die Konten, verbuchst Löhne, bereitest Steuererklärungen vor und erstellst Monats- und Jahresabschlüsse. Am Ende bereitest du die Zahlen so auf, dass die Geschäftsleitung damit arbeiten kann.

So beschreibt die Bundesagentur für Arbeit den Beruf in ihrem Berufsportal. Geschützt ist die Bezeichnung nicht, und eine Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht: Finanzbuchhalter wird man über Praxis und Weiterbildung, meist nach einer kaufmännischen Ausbildung. Die aktuellen Stellenangebote findest du unter diesem Text.

Geöffnete Schublade eines Aktenschranks mit grünen Hängemappen
Symbolbild

Aufgaben: vom Beleg bis zum Monatsabschluss

Der Monat einer Finanzbuchhalterin hat einen festen Takt. In den ersten Wochen laufen Rechnungen und Zahlungen durch, Konten werden laufend abgestimmt, offene Posten gemahnt. Zum Monatsende wird es dicht: Du prüfst, ob alle Rechnungen im richtigen Monat gebucht sind, grenzt Aufwände ab, bereitest die Umsatzsteuer-Voranmeldung vor und stimmst die Salden ab, bis der Monatsabschluss steht. Aus ihm entstehen die Auswertungen, mit denen Geschäftsführung und Controlling arbeiten.

Laut Arbeitsagentur gehört auch dazu, Werte wie die Gewerbesteuerschuld zu ermitteln, Leasing- und Amortisationsraten zu berechnen und Deckungsbeiträge auszuwerten. Beim Jahresabschluss arbeitest du zu oder erstellst ihn selbst, je nachdem, wie groß das Unternehmen ist und wer im Haus die Abschlussverantwortung trägt.

Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter: der Unterschied

Im Alltag überschneiden sich beide Berufe, rechtlich sind sie verschieden. Den geprüften Bilanzbuchhalter regelt seit 2020 eine Verordnung des Bundes. Seine Prüfung legst du vor der zuständigen Kammer ab, und sie weist nach, dass du Jahresabschlüsse nach deutschem Recht erstellen, Steuerrecht anwenden, internationale Rechnungslegung einordnen, ein internes Kontrollsystem sicherstellen und Mitarbeiter führen kannst. Für den Finanzbuchhalter gibt es keine solche Verordnung. Jede Bildungseinrichtung legt selbst fest, was ihr Lehrgang verlangt und wie der Abschluss heißt.

Für die Stellensuche heißt das: Lies in Anzeigen genau, wer den Jahresabschluss verantwortet. Diese Verantwortung ist der Kern des Bilanzbuchhalters, beim Finanzbuchhalter steht die laufende Buchhaltung im Vordergrund. Die Arbeitsagentur führt beide in derselben Berufsgruppe, getrennte amtliche Gehaltszahlen gibt es deshalb nicht. Bei der Frage, wie viel Software übernehmen könnte, unterscheiden sie sich dagegen, dazu unten mehr.

Wege in den Beruf

Die Weiterbildungen zum Finanzbuchhalter setzen laut Arbeitsagentur in der Regel eine kaufmännische oder vergleichbare Ausbildung oder einschlägige Berufspraxis voraus. Viele Industrie- und Handelskammern bieten dafür Zertifikatslehrgänge an, die sich von Kammer zu Kammer unterscheiden. Was sie verlangen, was sie kosten und wer sie bezahlt, steht bei der Weiterbildung zum Finanzbuchhalter.

Was Finanzbuchhalter verdienen

Im Median verdienst du als Finanzbuchhalter 4.451 € brutto im Monat in Vollzeit, laut Entgeltatlas der Arbeitsagentur für die Buchhaltung auf Spezialistenniveau. Wie viel die Branche ausmacht, zeigt ein Vergleich: Im produzierenden Gewerbe liegt der Median bei 5.051 €, in den wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen Steuerkanzleien gehören, bei 4.166 €. Die Stufen von der Fachkraft bis zur Leitung und die Entwicklung seit 2012 findest du beim Gehalt als Finanzbuchhalter.

Wo Finanzbuchhalter arbeiten

Finanzbuchhalter arbeiten laut Arbeitsagentur in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, meist im Büro und je nach Arbeitgeber auch im Homeoffice. Den Alltag prägt vor allem die Wahl zwischen Kanzlei und Unternehmen. In der Steuerkanzlei betreust du die Buchhaltung mehrerer Mandanten nebeneinander, jeden mit eigenen Fristen und Besonderheiten. Im Unternehmen gehörst du zu einer Abteilung, bist oft für einen Teil wie Kreditoren oder Anlagen zuständig und arbeitest eng mit Einkauf, Vertrieb und Controlling. Wer später selbst eine Abteilung führen will, findet den Weg im Berufsbild Leiter Finanzbuchhaltung.

Finanzbuchhalter und KI: 100 Prozent in der Theorie

Der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommt für Finanzbuchhalter auf 100 Prozent ersetzbare Kerntätigkeiten. Alle acht ließen sich nach dem Stand der Technik von 2022 vollautomatisch erledigen, darunter Finanzbuchhaltung, Zahlungsverkehr, Controlling, Berichtswesen, Steuerrecht und der Jahresabschluss nach HGB. Die Entwicklung ist steil: 2013 lag der Wert bei 75 Prozent, 2016 und 2019 bei 88 Prozent. Den letzten Sprung brachte die Bewertung von 2022, die erstmals generative KI einbezieht. Zum Vergleich: Beim geprüften Bilanzbuchhalter sind es 83 Prozent.

Das IAB bewertet dabei nur die technische Machbarkeit. Ob Arbeit tatsächlich ersetzt wird, hängt auch daran, ob Menschen sie günstiger, flexibler oder besser erledigen und ob rechtliche Hürden entgegenstehen.

Unsere Einschätzung, keine amtliche Prognose: Die laufende Buchhaltung wird in den nächsten Jahren weiter automatisiert, und Stellen, die nur daraus bestehen, werden weniger. Gute Aussichten haben Finanzbuchhalterinnen, die sich um das kümmern, was die Automatik nicht sauber löst, die Programme mit einrichten und den Abschluss mitverantworten. Den Schritt dorthin bringt am ehesten die Fortbildung, die du bei der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter findest.

Die aktuellen Stellenangebote für Finanzbuchhalterinnen und Finanzbuchhalter stehen direkt unter diesem Text. Weitere findest du über die Suche nach Jobs als Finanzbuchhalter.

Quelle der Zahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 72213 (Buchhaltung, Spezialist), Bruttomonatsentgelt in Vollzeit, Median und mittlere Hälfte, abgerufen am 30.09.2026. Die Werte beruhen auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung, nicht auf einer Umfrage.

Quellen zum Ausblick: IAB-Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten je Beruf (Stand der Technik 2022) sowie Entgelt, Beschäftigte, Arbeitslose und gemeldete Stellen der Berufsgruppe 72213 für 2019 bis 2024; IAB-Kurzbericht 5/2024 von Grienberger, Matthes und Paulus. Alle abgerufen am 30.09.2026. Die Einschätzung für die nächsten Jahre ist unsere eigene, keine amtliche Prognose.

Weitere Quellen: BERUFENET: Finanzbuchhalter/in, § 2 Bilanzbuchhalter-Fortbildungsprüfungsverordnung, abgerufen am 30.09.2026.

Aktuelle Stellenangebote: Finanzbuchhalter/in

800 passende Stellenanzeigen. Alle Treffer ansehen

Häufige Fragen

Was macht eine Finanzbuchhalterin?

Sie führt die Finanzbuchhaltung eines Unternehmens: Belege kontieren, Konten verwalten, Zahlungen überwachen, Löhne verbuchen, Steuererklärungen vorbereiten und Monats- und Jahresabschlüsse erstellen. Die Ergebnisse bereitet sie für die Geschäftsleitung auf.

Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhalter und Bilanzbuchhalter?

Der geprüfte Bilanzbuchhalter ist eine bundesweit per Verordnung geregelte Fortbildungsprüfung mit Schwerpunkt Jahresabschluss, Steuerrecht und Führung. Den Finanzbuchhalter regelt jede Bildungseinrichtung selbst, im Mittelpunkt steht die laufende Buchhaltung.

Was verdient ein Finanzbuchhalter?

Im Median 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit, laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. In der Industrie liegt der Median bei 5.051 Euro, im Umfeld der Steuerkanzleien bei 4.166 Euro.

Kann man als Finanzbuchhalter im Homeoffice arbeiten?

Je nach Arbeitgeber ja. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Homeoffice und mobiles Arbeiten ausdrücklich als möglichen Arbeitsort. Wie viel, legt der Arbeitgeber fest, manche schreiben es in die Stellenanzeige.

Wird die Finanzbuchhaltung durch KI ersetzt?

Technisch könnte Software laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung alle Kerntätigkeiten erledigen, Stand der Technik 2022. Ob das passiert, hängt von Kosten, Qualität und Recht ab. Wir erwarten weniger Stellen für reine Buchungsarbeit und gute Chancen für alle, die prüfen, einrichten und Abschlüsse verantworten.